Durch die verschiedenen Möglichkeiten im Internet entstehen für Politiker auch einige Gefahren vor denen sie sich praktisch nicht schützen können. Besonders in den USA wandert beinahe jeder Fehltritt eines Kandidaten mittels Video oder Blog ins Netz. Wie die Netzeitung berichtete haben Politiker dann nur noch zwei Möglichkeiten um zu reagieren: Entweder sie entschuldigen sich öffentlich und stellen den Sachverhalt aus ihrer Sicht klar oder sie geben Fehler zu und wollen somit für die Wähler authentischer wirken. Es gibt sehr viele Fälle, die ich während meiner Recherche entdeckt habe. Anhand von einigen Beispielen möchte ich in diesem Blogeintrag die negativen Auswirkungen des Internets als Wahlplattform aufzeigen.
Das wohl bekannteste Beispiel wie gefährlich das Internet für Politiker sein kann, lieferte vor etwas mehr als einem Jahr der „Macaca-Moment“. „Senator George Allen, der die Wiederwahl eigentlich so gut wie sicher hatte, hatte während einer Veranstaltung offenbar für eine Sekunde die Nerven verloren, als er sich an einen jungen Mann indischer Abstammung wandte und ihn mehrmals als “Macaca” beschimpfte – was ein beleidigendes Wort für Menschen mit dunkler Hautfarbe ist“ (Schoeller, 2007, S. 30). Die Rede wurde gefilmt und anschliessend auf der Videoplattform YouTube veröffentlicht. Somit konnte jeder das Video als Beweis sehen. Die Konsequenzen für diesen Ausrutscher waren für Allen fatal. Er wurde nicht mehr gewählt und verlor seinen Senatsposten. Dieses Video zeigte den Politikern deutlich die Macht des Internets auf. Viele achten seither noch mehr darauf was sie sagen und wie sie sich in der Öffentlichkeit verhalten. Deshalb möchte ich euch das Video auch nicht vorenthalten:
Auch für Wählerinnen und Wähler kann es gefährlich werden, wie vor einiger Zeit „InfoWeekOnline“ informierte. Hacker in Amerika nutzten das Interesse an den Wahlen, um so mittels Spam-Emails so genannte Trojaner zu verschicken. Das Email enthielt einen Link zu einem „interessanten Video“ von Hillary Clinton. Der Wahlkampf kann also für die Verbreitung von Viren ein enormer Beschleuniger sein.
Barack Obama sorgte kürzlich mit einem Foto für Aufsehen. Auf einer Kenia-Reise im Jahr 2006 wurde er in einer traditionellen muslimischen Tracht mit Turban abgelichtet (siehe Bild). Das Foto wurde im Internet veröffentlicht und die Gerüchte verbreiteten sich sehr schnell. Obama – ein Muslim? Sogar ein radikaler Muslim? Obama machte natürlich seine Konkurrentin Hillary Clinton beziehungsweise ihr Wahlkampfteam für die Veröffentlichung des Bildes verantwortlich (Schoeller, 2008, S. 1). So fand die brisante Geschichte auch noch eine Fortsetzung in den Zeitungen.
Literaturverzeichnis:
Schoeller, Olivia (2007): Wie Hillary die Nationalhymne krächzt; Im US-Wahlkampf setzen die Präsidentschaftskandidaten erstmals bewusst auf das Internet.
In: Berliner Zeitung, 7. August 2007
Schoeller, Olivia (2008): Turban des Anstosses.
In: Berliner Zeitung, 27. Februar 2008

Ein Kommentar
Wie du bereits in vorangehenden Einträgen berichtet hast, sind solche Ausrutscher natürlich ein gefundenes Fressen für Antiwahl-Kampagnen der politischen Gegner, die das möglichst zu ihren Gunsten ausnützen wollen um der betreffenden Person Negativ-Publicity zu bescheren.
Ich bin bei einer Suche in LISA noch auf einen interessanten Artikel gestossen die in der Zeitschrift Public Choice veröffentlicht wurden.
-The power and politics of blogs (D. Drezner and H. Farrell)
Darin werden die Einflüsse der Blogosphäre auf die Politik untersucht.
http://www.springerlink.com/content/r512g6x5544246vq/fulltext.pdf
http://www.springerlink.com/content/rm2051728x01278r/fulltext.pdf