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Videoplattformen wie YouTube machen es inzwischen für jeden relativ einfach kleine Filmchen ins Internet zu stellen. YouTube scheint also wie geschaffen zu sein für den Wahlkampf. Ein grosser Vorteil ist, dass die Wahlspots auf der freien Webseite kein Geld kosten. Somit können sich auch relativ unbekannte Kandidaten mit ihrem eigenen Werbespot im Internet präsentieren. Weiter muss der betreffende Kandidat den Wahlspot auch nicht persönlich genehmigen wie es im Fernsehen üblich ist. Seit es im Internet genug gut besuchte Plattformen zur Selbstdarstellung in Bild und Ton gibt, kann praktisch jeder in die politische Meinungsbildung eingreifen (Hentschel, 2008, S. 43).

Das Video mit dem Titel „Obama Girl“ wurde vom Videoportal YouTube zum besten Clip 2007 gekürt. Eine Sängerin unterstützt in diesem Videoclip den demokratischen Wahlkandidaten Barack Obama im Wahlkampf. Mittlerweile wurde das Video über sechs Millionen Mal angeschaut und auch in diversen Talk-Shows und TV-Sendungen kommentiert.

 

Natürlich ist auch Hillary Clinton mit einem eigenen Song auf YouTube vertreten. Die Sängerin Taryn Southern drehte dieses Video selbst für umgerechnet weniger als 900 Euro. Die ehemalige Kandidatin von „American Idol“ will aber nicht nur ihrer Favoritin helfen sondern sich mit diesem Clip auch wieder ins Gespräch bringen um die eigene Karriere anzukurbeln.

 

Bemerkenswert an diesen beiden Beispielen ist die Tatsache, dass diese selbstgedrehten Werbespots mehr Beachtung finden als die Kampagnen der Profis (Gruber, 2007, [Stand: 11.03.08]). Auf YouTube scheint aber auch fast alles erlaubt zu sein. Dies führt zu vielen Negativkampagnen und Gegenwahlwerbung welche ich in einem späteren Blogeintrag noch näher betrachten möchte.

Auch Prominente engagieren sich im US-Wahlkampf mittels Videobotschaften. Der Schauspieler Jack Nicholson hat mit seinem Regisseur auf eigene Faust einen Werbespot für Hillary Clinton gedreht. Seine Motivation begründete Nicholson damit, dass die Kandidatin in den Medien unfair behandelt worden sei (Stein, 2008, S. 10).

 

Einerseits werden mit diesen Videos sehr viele Personen erreicht, andererseits kann aber nicht mehr kontrolliert werden was von Fremden über die eigene Person veröffentlicht wird.


Literaturverzeichnis:

Gruber, Peter (2007): Virtueller Wahlkampf in den USA.
URL: http://www.focus.de/digital/internet/youtube-und-co-_aid_68040.html [Stand: 11.03.2008]

Hentschel, Joachim (2008): Das Netz sieht alles; Popkultur, neue Medien und Internetschnelligkeit prägen den US-Wahlkampf.
In: Stuttgarter Nachrichten, 12. Januar 2008

Stein, Hannes (2008): Jack Nicholson unterstützt Hillary Clinton; Der Hollywood-Star wirbt im Internet für die Präsidentschaftsbewerberin – allerdings in seinen Rollen als Schurke.
In: Berliner Morgenpost, 8. März 2008

 

Ein Kommentar

  1. Obama scheint besser vertreten zu sein als Clinton. Eine Rede von Obama erscheint bereits an 5. Stelle der meistgesehenen Videos auf YouTube: http://www.youtube.com/browse?s=mp&t=m&l=&e=en_US&p=1

    Was ich mich gefragt habe beim Lesen deines Textes ist, wie man es schafft, auf YouTube sein Video zu promoten und nach oben zu pushen. Will man mit einem neuen Video möglichst viele Leute erreichen, muss man logischerweise irgendeinen Weg finden um sie darauf aufmerksam zu machen. Ich weiss nicht, wie YouTube diesbezüglich funktioniert und bin auch nicht schlau geworden auf der Website.

    Die Unkontrollierbarkeit scheint mir auch ein grosses Problem von solchen Videoplattformen zu sein. Man riskiert natürlich immer Gegenreaktionen, Spott-Videos mit Verunglimpfungen und ähnlichem. Aber auch gut gemeinte Botschaften können natürlich mehr schaden als nützen. Gerade bei der grossen Empfindlichkeit der amerikanischen Öffentlichkeit auf negative Ereignisse (siehe Abgang von Eliot Spitzer) scheinen mir die YouTube-Auftritte recht gewagt. Ehe man sich versieht löst man eine Lawine aus, die grosse Negativ-Publicity einbringen kann.


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